März2010
Wein gehört zum „Lebensgefühl Südtirol“
Hansjörg Hafner

Eröffnet wurde die 48. Südtiroler Weinbautagung von Landesrat Hans Berger mit der Nachricht, dass die deutsche Nationalelf Ende Mai ihr Trainingslager in Girlan aufschlagen wird, um sich auf die Fußball-WM in Südafrika vorzubereiten. Die Nachricht hat zwar nichts mit Weinbau zu tun, für das Urlaubsland Südtirol ist eine solche Nachricht jedoch von größter Bedeutung und somit auch für die Weinwirtschaft, die rund 50% ihres Weines in Südtirol vermarktet.

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„Das Image eines Produktes entsteht im eigenen Land“
Christoph Engl
Wenn die Grundbedürfnisse in einer Gesellschaft bereits gestillt sind, wächst die Sehnsucht nach Sinn und Inhalten. Die Suche nach Individualität, die Suche nach einem leistbaren Luxus und die Suche nach Produkten, die ein Lebensgefühl vermitteln, bestimmen die Bedürfnislage. Vor Ort suchen Kunden immer weniger nach Produkten, die sie in der globalisierten Welt überall finden. Regionalität und Authentizität werden immer wichtiger: wichtiger nicht nur was die Produktqualität selbst angeht, sondern auch in welchem Zusammenhang dieses Produkt seinen Absatz finden soll.
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Aus dem Tätigkeitsbericht 2009
Peter Brigl

Mitglieder und Mitgliederflächen
Insgesamt nutzten im Vorjahr 5.767 ordentliche Mitglieder unser vielfältiges Beratungsangebot, das waren um 84 mehr als im vorangegangenen Jahr. Sie haben in Summe für 18.395 Hektar den Mitgliedsbeitrag bezahlt. Das ist ein Plus von 244 Hektar oder 1,3%. Wir haben aber nach wie vor das Problem, dass von unseren Beratungsleistungen zwar die gesamte Südtiroler Obst- und Weinwirtschaft einen Nutzen zieht, aber sich nicht alle an den Kosten beteiligen. Im Obstbau werden für rund 3.300 ha, das sind 18% der Gesamtfläche, und im Weinbau für 2.072 ha, das sind 39% der Südtiroler Weinbaufläche, keine Beiträge bezahlt.

Auf eine Erntemenge von 60 Tonnen Äpfel pro Hektar umgerechnet, kostete die Beratung im Vorjahr 0,125 Eurocent pro kg Äpfel. In Lire ausgedrückt wären das 2,42 Lire pro kg. Der durchschnittliche Mitgliedsbeitrag pro Hektar kann mit dem Erlös von 214 kg Äpfeln beglichen werden, das sind 3 Promille des Ertrags.
Im Weinbau entspricht der durchschnittliche Mitgliedsbeitrag 0,7 Eurocent pro kg Trauben, er kann mit dem durchschnittlichen Erlös von 47 kg Trauben bezahlt werden, das sind bei einem Ertrag von 10.000 kg pro Hektar 4,7 Promille. Wir glauben, dass die vielfältigen Leistungen des Beratungsrings dieses Geld wert sind und einem Vergleich mit ähnlichen Dienstleistungen durchaus standhalten.

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